HP-Chip Memory-Spot: Konkurrenz für RFID
Mikro-Informant
Neuer Mini-Speicher
HP-Chip Memory-Spot: Konkurrenz für RFID
Ein Mini-Speicher von HP soll besser sein als RFID. Die Leistung des Chips schafft ungeahnte Möglichkeiten ? und Gefahren.
Auf der Bühne: Eine circa 2 Meter große schwarze Scheibe. Im Saal: 250 Journalisten, die gespannt auf die Scheibe starren. Ein Kameramann naht und richtet sein Aufnahmegerät auf das Zentrum der Scheibe, die jetzt auch auf einer Leinwand zu sehen ist. Als er das Zoom-Objektiv aufzieht, erscheint ein Punkt auf der Scheibe, der schnell größer wird. Jetzt sehen die Medienvertreter in maximaler Vergrößerung zum ersten Mal das Ding, dessentwegen sie gekommen sind: den »Memory Spot«. Ein Mini-Chip, im Original nur 1,4 x 1,4 mm groß. Diese effektvolle Vorführung bei HP sollte die anwesenden Reporter auf eine ehrgeizige Botschaft vorbereiten. Die HP-Technik wird mit den milliardenfach eingesetzten RFID-Chips konkurrieren.
Schlauer Leberfleck
HP-Chip Memory-Spot: Konkurrenz für RFID
John Waters und Ed McDonnell aus den HP-Entwicklungslabors erklären euphorisch, was ihr neuestes Baby so besonders macht. Der offensichtlichste Unterschied zu RFID sind die Ausmaße. Ein RFID-Chip ist inklusive Antenne zwischen fünf und acht Zentimeter groß, der Memory Spot dagegen ist kaum größer als ein Stecknadelkopf.
Die Sendefrequenz des Newcomers beträgt 2,45 GHz, RFID sendet auf 13,46 MHz. Somit sendet der Memory Spot mit einer bis zu zehnmal höheren Bandbreite als RFID.
Speichert Bild und Ton
HP-Chip Memory-Spot: Konkurrenz für RFID
Der Speicherplatz von RFID ist sehr begrenzt. Zudem können die Daten immer auch nur gelesen, aber nicht verändert werden. Der Memory Spot hingegen speichert nicht nur ein Vielfaches der Daten, sondern kann auch wieder beschrieben werden. Dieses Mehr an Speicherplatz ist sinnvoll, wenn es beispielsweise darum geht, Ton- und Bildinformationen aufzunehmen. Patientenkarten mit Memory Spot speichern auf diese Weise Röntgenaufnahmen oder EKG-Daten. Diese Daten könnte jeder Arzt über ein Lesegerät abrufen.
Prinzipiell ist der Spot in eine Vielzahl anderer Medien implementierbar: Als Träger können unter anderem Papier, Plastik und Alufolie dienen. Der Mini-Chip könnte sogar unter die Haut gepflanzt werden.Doch was die Ingenieure begeistert, ist für viele Verbraucherschützer und Bürgerrechtler ein echtes Horrorszenario. Denn die Memory Spots eröffnen auch dem Missbrauch von persönlichen Daten ein weites Feld. So könnten Unbefugte etwa biometrische Daten oder medizinische Informationen auslesen und manipulieren. Eine Technik mit reichlich Zündstoff.