Google will seine Computerbrille Glass patentieren lassen

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Das US Patent and Trademark Office (USPTO) hat einen Patentantrag für Google Glass veröffentlicht. Der Konzern beschreibt darin eine Computerbrille umfassend und bis in die kleinsten Details. Der im August 2011 eingereichte Antrag enthält auch Hinweise auf alternative Projektionstechniken, die später zum Einsatz kommen könnten.

Illustration aus dem Patentantrag (Bild: Google / USPTO)
Illustration aus Googles Patentantrag auf eine Computerbrille (Bild: Google / USPTO)

Der Antrag gilt einem “elektronischen Gerät mit einem Gestell, das am Kopf eines Nutzers zu tragen ist”. Ausführliche Passagen beschreiben selbst Bügeln und Steg des Brillengestells. Als Grund für seine eigene Herangehensweise nennt Google die Nachteile anderer Geräte, die ebenfalls Videos oder Bilder für einen einzelnen Nutzer darstellen.

Ein Head-Mounted Display (Videobrille oder VR-Helm) behindere fast immer die Sicht des Trägers auf seine Umwelt oder andere Bildquellen, steht im Antrag. Ein Heads-up-Display dagegen, das ein Bild über die beobachtete Umgebung legt, sei vielfach begrenzt in Tragekomfort und Funktionalität. Beide seien zudem passiv und lieferten Video und Audio ausschließlich von externen Quellen. Laut Google waren daher “weitere Fortschritte bei solchen tragbaren Geräten mit integrierten Displays erforderlich”.

Brothers Datenbrille AirScouter (Bild: Brother).
Bei der in Japan seit April verkauften Datenbrille AirScouter ist zur Nutzung ein Kabel erforderlich (Bild: Brother).

Das Wort “alternativ” taucht besonders häufig in der Patentbeschreibung auf, um andere mögliche Varianten eines Brillencomputers zu beschreiben. So wird beispielsweise die Befestigung innerhalb einer “am Kopf befestigten Helmstruktur” angesprochen und zugleich erwähnt, dass es “noch weitere Möglichkeiten” gibt.

Bereits im Janaur war ein Patentantrag von Google für eine Lasertastatur bekannt geworden. Auch der wurde von Beobachtern in Zusammenhang mit Google Glass gebracht und als mögliche Eingabemethode gehandelt.

Recht futuristisch erscheinen weitere genannte Alternativen für die Bildprojektion. Eine Geräteversion könnte demnach eine Laser- oder LED-Quelle einsetzen, um “ein Rasterbild direkt auf die Retina von einem oder mehr Augen des Nutzers zu zeichnen”. Allerdings tun andere Firmen so etwas ähnliches bereits: Brother verkauft in Japan seit April 2012 seine Computerbrille AirScouter.

Der Brillen-Prototyp MEG4.0 von Olympus (Bild: Olympus)
Der im Sommer 2012 gezeigte Prototyp der Computerbrille MEG4.0 (Bild: Olympus).

Bei ihr wird ein Bild auf die Netzhaut des Benutzers projiziert. Dazu wird Licht in einer für die Netzhaut ungefährlichen Stärke auf diese gerichtet und der Lichtstrahl anschließend mit hoher Geschwindigkeit bewegt, um Nachbilder zu erzeugen. Auf die Netzhaut projizierte Bilder scheinen im Raum vor dem Auge zu schweben. Der Nutzer kann seine Umgebung dennoch wahrnehmen, erblickt aber ein weiteres Bild. Das Brother-Gerät war im Herbst 2009 vorgestellt worden – also lange bevor Google seinen Patentantrag formuliert und eingericht hat.

Olympus hat ebenfalls eine Computerbrille entwickelt. Wie Patentanträge belegen, arbeitet der japanische Konzern seit gut 20 Jahren an dem Konzept. Ein Prototyp namens MEG4.0 wurde im Sommer 2012 gezeigt.

[mit Material von Bernd Kling, ZDNet.de]

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