Selbstständige IT-Sicherheits-Experten gesucht wie nie

Die Personalagentur Gulp hat wieder einmal die bei ihr eingehenden Vermittlungsanfragen ausgewertet – diesmal mit Blick auf IT-Sicherheits-Experten. Demnach ist die Nachfrage nach selbstständigen IT-Sicherheits-Experten aktuell so stark wie nie. Nach einem leichten Rückgang bei dementsprechenden Anfragen in den Jahren 2011 und 2012 stieg der Bedarf 2013 sprunghaft an – um 50 Prozent.
2014 wurden bereits nach der ersten Jahreshälfte fast so viele Anfragen verschickt, wie im gesamten Jahr 2012. Damit ist auch für dieses Jahr eine neue Bestmarke in Sicht. Allerdings fällt der Zuwachs im Vergleich zu 2013 voraussichtlich moderater aus.
IT-Sicherheits-Experten können allerdings getrost einen höheren Stundensatz verlangen als ihre selbständigen Experten-Kollegen in anderen Beriechen: Bei dem Portal liegt er acht Euro höher. Durchschnittlich fordern die bei Gulp eingetragenen IT-Sicherheits-Spezialisten einen Stundensatz von 83 Euro.
Gebraucht werden die IT-Sicherheits-Experten vorwiegend für zwei Arten von Projekten. Zum Einen kümmern sich darum, dass Systeme und die Technik, die über Intra- und Internet ansprechbar sind, geschützt und belastbar sind. Dafür müssen sie wissen, welche Angriffstechniken aktuell sind oder welche Angriffspunkte es generell gibt. Zweiter Schwerpunkt ist die Beratung von Unternehmen im Hinblick auf die Einhaltung von IT-Sicherheitsvorgaben – sei es des Gesamtkonzerns, der Branche oder durch Gesetze. Dafür müssen sie natürlich die jeweiligen Vorgaben und Normen kennen.
“Die steigende Nachfrage ist ein Hinweis, dass Sicherheitsthemen stärker in den Fokus der Unternehmen rücken. Die Komplexität der Unternehmens-IT nimmt zum einen im Rahmen von BYOD und Cloud zu – zum anderen werden immer mehr Objekte zum Internet der Dinge vernetzt und damit ebenso angreifbar. Zusätzlich werden die Datenmengen, die in Firmen gespeichert oder verarbeitet werden, immer größer – bei einer steigenden Anzahl von Datenquellen”, erklärt sich Gulp-Manager Stefan Symanek die hohe Nachfrage.
Seiner Ansicht nach gibt es jedoch neben all diesen technischen Neuerungen, die die IT-Sicherheit beeinflussen, noch einen weiteren, wichtigen Faktor zu beachten: “Der Mensch muss stärker in den Fokus der Security-Bemühungen rücken. Dabei muss die IT-Sicherheit einerseits nutzerfreundlicher werden. Andererseits muss die IT den Mitarbeitern aus den Fachbereichen Grund- und Praxiswissen über IT-Security vermitteln und sie laufend dazu anhalten, sorgfältig mit den Unternehmensdaten umzugehen, um das Risiko des Social Engineering zu minimieren.”
Auf die Nachfrage haben auch die Bildungseinrichtungen schon reagiert. So gibt es etwa ab dem Wintersemester 2014/15 an der Hochschule Albstadt-Sigmaringen den Bachelor-Studiengang IT Security. Die Hochschule für Telekommunikation Leipzig richtet derzeit eine Professur für Datenschutz und Datensicherheit in der Informatik ein und will zum Wintersemester 2015/2016 ebenfalls mit einem Studiengang IT-Sicherheit starten.
Vergleichbare Aus- oder Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es zum Beispiel bereits an der TU Darmstadt, die den viersemestrigen Master-Studiengang IT-Security anbietet, der FH Brandenburg, wo man sich zum Master in Security Management ausbilden lassen kann, der Ruhr-Universität Bochum (Bachelor in IT-Sicherheit/Informationstechnik) und der Hochschule Aalen (Bachelor in IT-Sicherheit). Einen Überblick über diese und weitere Ausbildungsangebote im Bereich IT-Security gibt auch dieser Artikel bei ITespresso.
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