Finanzierungsrunde von 75 Millionen Euro für HelloFresh tut auch Rocket Internet gut

Start-UpUnternehmen
HelloFresh Logo (Grafik: HelloFresh)

Der Kochboxen-Lieferdienst wird jetzt mit 2,6 Milliarden Euro bewertet. Das sind zwei Milliarden mehr, als bei der Finanzierungsrunde im März. Rocket Internet hat zudem erstmals offiziell über Pläne für einen Börsengang von HelloFresh gesprochen. Sein Aktienkurs profitiert schon jetzt davon.

Die britische Investmentfirma Baillie Gifford hat sich am deutschen Lebensmittellieferdienst HelloFresh mit 75 Millionen Euro beteiligt. Aus der Beteiligung leitet sich eine Bewertung von HelloFresh in Höhe von 2,6 Milliarden Euro ab. Das ist eine Steigerung um fast 2 Milliarden Euro seit der letzten Finanzierungsrunde im März 2015.

Das mag auch daran liegen, dass der Dienst schon bei seiner Serie-D-Finanzierungsrunde vor gut einem Jahr einen positiven Cash-Flow aufweisen konnte. Für ein von den Samwer-Brüdern und Rocket Internet unterstütztes Projekt ist das eher ungewöhnlich, da normalerweise nach dem Modell von Amazon alle Einnahemn und meist noch etwa mehr in die schnelle Expansion gesteckt werden.

Der Lieferdienst zählt mit der neuen Bewertung nun zu den sogenannten “Einhörnern” – also den Start-ups, deren Bewertung im Milliardenbereich liegt. Außerdem gilt HelloFresh schon länger als Kandidat für einen Börsengang. Jetzt hat Rocket Internet derartige Pläne erstmals bestätigt.

Als Unicorns (Einhörner) werden Start-ups mit einer Bewertung in Milliardenhöhe bezeichnet. 112 solcher Firmen listete das Wall Street Journal im August 2015 auf. Das entspricht einem Anstieg von 75 Prozent gegenüber dem Vorjahr (Grafik: Statista).
Als Unicorns (Einhörner) werden Start-ups mit einer Bewertung in Milliardenhöhe bezeichnet. 112 solcher Firmen listete das Wall Street Journal im August 2015 auf. Das entspricht einem Anstieg von 75 Prozent gegenüber dem Vorjahr (Grafik: Statista).

HelloFresh liefert Kunden wöchentlich Kochboxen, die eine abgemessene Menge frischer Zutaten enthalten, mit denen scih dann Mahlzeiten nach wechselnden Rezepten kochen lassen. Abonnenten können die Lieferungen flexibel aussetzen. Derzeit beliefert das Start-up Haushalte in sieben Ländern. 2014 erzielte es einen Nettoumsatz von 70 Millionen Euro und wuchs damit um 392 Prozent gegenüber 2013.

In den The Billion Dollar Startup Club des Wall Street Journals können nur nicht börsennotierte Unternehmen aufgenommen werden, in die in den vergangenen vier Jahren Fremdkapital investiert wurde. Auf Platz eins steht dort derzeit der Fahrdienst Uber, es folgt der chinesische Smartphone-Hersteller Xiaomi. Firmen aus Europa sind in den Top 10 der wertvollsten Start-ups aktuell nicht vertreten. HelloFresh ist neben Delivery Hero, CureVac und Home24 eines der vier deutschen Unternehmen, die die Kriterien erfüllen und mit mehr als einer Milliarde Dollar bewertet werden  (Grafik: Statista).
In den “The Billion Dollar Startup Club” des Wall Street Journals können nur nicht börsennotierte Unternehmen aufgenommen werden, in die in den vergangenen vier Jahren Fremdkapital investiert wurde. Auf Platz eins steht dort derzeit der Fahrdienst Uber, es folgt der chinesische Smartphone-Hersteller Xiaomi. Firmen aus Europa sind in den Top 10 der wertvollsten Start-ups aktuell nicht vertreten. HelloFresh ist neben Delivery Hero, CureVac und Home24 eines der vier deutschen Unternehmen, die die Kriterien erfüllen und mit mehr als einer Milliarde Dollar bewertet werden (Grafik: Statista).

Für das erste Quartal 2015 berichtet der Lieferdienst von einem ähnlichen Wachstum. Inzwischen liefere man über 4 Millionen Mahlzeiten an Haushalte aus. Die zusätzliche Finanzierung solle dazu dienen, die errungene Führungsposition auszubauen.

Rocket Internet hält nach der neuen Kapitalspritze 57,2 Prozent an HelloFresh. Nachdem die neue Finanzspritze für HelloFresh und die rasant gestiegene Bewertung bekannt wurden, legte die Aktie von Rocket Internet SE um über 12 Prozent zu.

[mit Material von Bernd Kling, ZDNet.de]

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