Text to Speech: GhostReader
Sprachsynthese für den Mac
Einfache Installation und Bedienung
Text to Speech: GhostReader
ConvenienceWare aus den Niederlanden mach den Mac zum Vorleser: GhostReader 1.1 heißt die neue Text-to-Speech-Software, die Stimmen des belgischen Herstellers Acapela einsetzt. Das Paket funktioniert besser als die Apple-eigene Lösung, hat aber noch Potenzial für Verbesserungen.
GhostReader wird per Drag-and-Drop in den Programme-Ordner von Mac OS X installiert, anschließend sind die gewünschten Stimmen zu installieren. Damit das Programm funktioniert, muss in den Systemeinstellungen unter Bedienhilfen die Funktion Zugriff für Hilfegeräte aktivieret sein.
In den Einstellungen wird dann zuerst die gewünschte Stimme ausgewählt ? 18 Sprachen stehen zur Verfügung. Sinnvoll ist es, gleich die Sondertasten zu bestimmen, bei deren Druck der Text im aktiven Fenster vorgelesen wird, beginnend an der Position des Mauszeigers.
Ist das Programm gestartet, gibt es eine über allen anderen Fenstern schwebende Palette mit allen wichtigen Funktionen. So lassen sich Sprechstimmen auswählen und Vorlesefenster öffnen. Es gibt Blanko-Fenster, in die Text hinein kopiert werden muss, und Fenster, in die GhostReader bereits markierten Text übernimmt. Beide Typen sind mit einem Button für die Abspielfunktionen versehen.
Bild: Funktionen und Stimmen lassen sich bequem aus einer Palette auswählen, die über den anderen Fenstern schwebt.
Kleinere Leseschwächen
Text to Speech: GhostReader
Im Test mit einigen Apple Programmen gab es Überraschungen: Das Vorlesen von Webseiten klappt mit Safari, aber nicht mit Camino. Bei Einträgen in iCal oder im Adressbuch liest GhostReader nur einzelne Felder, also nur den Tag oder die Uhrzeit respektive nur die Straße oder die Hausnummer. Erst wenn der Eintrag vollständig in ein Vorlesefenster kopiert wird, macht der Vortrag Sinn.
Direkt vorlesen kann GhostReader aus TXT-, RTF-, DOC und PDF-Dokumenten. Er lädt sie direkt in einen Vorleser, in dem sie auch bearbeitet werden können. Das Sichern erfolgt über den Export-Dialog als GhostReader-Datei, die sich aber in jedem Texteditor öffnen lässt. Darüber hinaus lassen sich die Text auch als Audio-File im AIFF-Format sichern.
Bild: GhostReader liest ganze Dokumente vor oder übernimmt markierte Bereiche in ein Vorleser-Fenster, um sie wiederzugeben.
Nützlich ist GhostReader für Menschen mit Sehschwächen, aber auch für Korrekturen von Vielschreibern. Denn keine Rechtschreibkontrolle findet alle Fehler und so mancher Fehler findet sich erst beim Zuhören. Allerdings liest GhostReader nicht immer bis ins Detail korrekt: Bei »Made in Germany« wird aus dem ersten Wort eine Fliegenlarve.
Bis auf bekannte Wörter wie ARD, ZDF oder IT-Begriffe wie CRM versucht GhostReader akronyme mit zwei, drei oder vier Großbuchstaben als Wort auszusprechen. Aus einer LED wird ein »Lett« und das österreichische Fernsehen ORF heißt »Orff«.
Meist ist die akustische Umwandlung von Text aber ordentlich. Klingt es auch etwas geleiert – für den Mac gibt es keine bessere Lösung. GhostReader ist also durchaus zu empfehlen.
Fazit
Text to Speech: GhostReader
GhostReader 1.1 ist die aktuell beste Sprachsynthese für Apple Computer. Von einigen akustischen Unebenheiten abgesehen, bringt das Programm Texte verständlich zu Gehör.
GhostReader 1.1
Hersteller: ConvenienceWare
Internet: www.convenienceware.com
Preis: ab 39,95 Euro (1 Computer, 1 Stimme), mit zwei Stimmen 59,95 Euro und mit 3 Stimmen 74,95 Euro; für 3 Computer 79,90/119,90/149,90 Euro; je weiterer Sprache 24,95 Euro (49,90 Euro für 3 Computer)
Note: gut
Akustische Leistung (40%): befriedigend
Ausstattung (30%): sehr gut
Bedienung (30%): sehr gut
Das ist neu
Neues Programm (Nachfolger von TextParrot) mit modernem User-Interface und deutscher Lokalisierung
Vielzahl an Sprachen
Export von Text als Audio-Datei
Systemvoraussetzungen
Betriebssysteme: Apple Max OS X 10.4 oder höher
Prozessor: PPC oder Intel mit min. 900 MHz
Arbeitsspeicher: 512 MByte