Für wen lohnt sich das Hosting beim Spezialisten?Typo3 Webhosting: jweiland.net vs. all-inkl.com

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Die größten Typo3 Provider in Deutschland

Typo3-Webhosting hat in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen, dennoch ist der Markt verglichen mit den allgemeinen Hostern in absoluten Zahlen vergleichsweise gering. So kommt der größte deutsche typo3-Provider Mittwald auf etwa 50.000 gehostete Domänen, beim zweitgrößten typo3-Provider jweiland.net sind es etwas über 10.000 Domänen. Verglichen mit den 9,7 Millionen Domänen die allein bei 1&1 gehostet werden, ist das nicht viel. So gibt es neben Mittwald und jweiland.net mit punkt.de nur einen weiteren größeren typo3-Provider, der restliche Markt verteilt sich auf kleinere Provider die meist nur einige hundert Auftritte hosten.

 

Mittwald ist der Platzhirsch unter den typo3-Providern

 

Sportliches Preisgefüge bei den typo3-Spezialisten

Spezialisierung hat ihren Preis, das sieht man beim ersten Blick auf die Preislisten von Mittwald, jweiland.net und punkt.de. Verglichen bei allgemeinen Hostern gibt es durch die Bank bei allen drei typo3-Hostern für mehr Geld – auf den ersten Blick zumindest – weniger Leistung als man das von allgemeinen Hostern gewöhnt ist.

So gibt es bei jweiland.net im Tarif Hosting Business für 15 Euro/Monat gerade einmal 5 GByte Webspace, eine Domäne und 10 Datenbanken. Beim – auch nicht gerade als Billigheimer bekannten – Hoster all-inkl.com bekommt man deutlich weniger Geld im Tarif All-inkl Privat Plus (8 Euro/Monat) immerhin schon 3 Inklusivdomänen, 10 GByte Webspace und 25 MySQL Datenbanken.

Die Tarifbezeichnung Privat Plus hat bei all-inkl.com übrigens eher etwas mit Marketing als mit technischen Restriktionen zu tun, Der Provider erlaubt die Nutzung dieses Tarif ausdrücklich auch für Unternehmenskunden, deswegen ist ein Vergleich dieser beiden Tarife durchaus zulässig. Wir zeigen anhand dieser beiden Tarife im Folgetext wo die Unterschiede zwischen den beiden Hosting-Systemen liegen.

Typo3 ist anspruchsvoll beim Hosting

TYPO3 hat höhere Ansprüche an den Webspace als die meisten anderen Applikationen. So sollte beispielsweise das Speicherlimit von PHP deutlich höher liegen als die Default-Einstellung von nur 16 MByte. Für einen problemlosen Betrieb sollte Typo3 schon rund 25 MByte zur Verfügung haben. Das Speicherlimit von jweiland.net liegt derzeit bei 50 MByte, bei all-inkl.com sind es sogar 64 MByte.

Wie hoch das Speicherlimit beim eigenen Webspace liegt, kann man übrigens mit der Datei info.php (Anleitung hier) selbst überprüfen. Der Seitenaufruf der info.php gibt dann alle wichtigen PHP-Parameter in einer umfangreichen Übersicht aus (siehe hier für die Domäne www.diasdigitalisieren.info).

Neben PHP braucht typo3 noch MySQL, beides ist inzwischen bei praktisch allen Webhostern zumindest in den teureren Tarifen Standard, somit sollte die Installation in jedem Fall möglich sein.

 

Mit der info.php kann man die Konfiguration des eigenen Webspace auslesen.

 

Installation: Vorkonfiguration gegen 1-Klick-Installation

Den Typo3-Markt bedienen nicht nur spezialisierte typo3-Provider, inzwischen ist die Anwendung bei praktisch allen Webhostern auch als 1-Klick-Installation verfügbar. So kann man auch bei all-inkl.com typo3 als vorkonfiguriertes Software-Paket mit wenigen Klicks installieren. Daneben gibt es eine Reihe anderer Softwarepakete als 1-Click-Installation, was bei jweiland.net nicht der Fall ist. Zwar läuft auf dem Webspace des Typo3-Hosters auch andere Software, aber diese muss der Kunde komplett selbst installieren.

Allerdings erhält man beispielsweise bei all-inkl mit der 1-Click-Installation nur ein rudimentäres System, das zudem nicht aktuell ist. Während all-inkl.com zum Testzeitpunkt noch die alte Typo3-Version 4.0.4 installiert, bekommt man bei jweiland.net schon die jeweils aktuelle Version (zum Testzeitpunkt war das 4.2.6) vorinstalliert.

 

Bei all-inkl.com gibt es 1-Click-Installationen für eine ganze Reihe von Anwendungen. Jweiland.net bietet ausser für typo3 keine Installationshilfen für Anwendungen.

 

Templates in typo3

Mit einem nackten typo3 wie beispielsweise aus der 1-Click-Installation von all-inkl.com ist man noch weit davon entfernt, inhaltlich an der Webseite arbeiten zu können. Denn außer eine Fehlermeldung wird erst einmal gar nichts angezeigt. Erst wenn ein Template installiert ist, kann man auf der Webseite endlich etwas sehen.

Die Templates sind ein eher trübes Kapitel von typo3, es gibt kaum brauchbare freie Templates die man auch im Unternehmenseinsatz sinnvoll verwenden kann. IT-BO.com hat eine Reihe neutraler Templates zum freien Download, die sehr schlicht sind und nur die einfachsten typo3-Funktionen unterstützen. Wesentlich umfangreicher ist das typo3-musterprojekt, dass jweiland.net für seine eigenen Kunden bereitstellt. Das Musterprojekt ist komplett mit allen Extensions vorinstalliert und kann als Basis für eigene Webprojekte verwendet werden.

Für Einsteiger sind diese freien Templates eine große Arbeitserleichterung. Unternehmen lassen sich aber regelmäßig ihre eigenen Templates von Agenturen erstellen.

 

Ausser einer Fehlermeldung gibt es nach einer Standardinstallation von typo3 erst einmal nichts zu sehen. Das System enthält keine Templates.

 

Die Template-Erstellung gliedert sich in zwei Schritte. Im ersten wird vom Grafiker ein Design für die Webseite erstellt. Im zweiten Schritt wird das Design in typo3 umgesetzt. Allein für die Umsetzung in typo3 per typoscript fallen Kosten zwischen 500 und 2000 Euro an.

Aufgrund der hohen Kosten ist es gerade im Entwicklungsstadium eines neuen Webprojektes aber auch für Unternehmen interessant, mit einer Mustervorlage zu arbeiten, bis das endgültige Design feststeht. Denn das Template lässt sich jederzeit per Mausklick in typo3 ändern.

Es bleibt hier festzuhalten, dass man nach der Installation bei all-inkl noch weit davon entfernt ist, produktiv arbeiten zu können. Beim Typo3-Hoster ist hingegen alles fix und fertig vorinstalliert und man kann sofort damit beginnen, Content in das neue  Webprojekt einzupflegen.

 

Jweiland.net konfiguriert nicht nur typo3 komplett vor, sondern liefert seinen Kunden auch mit dem Musterprojekt eine Template als Basis für eigene Webprojekte. Man kann hier sofort mit der Pflege des Content loslegen.

 

 

Zusatzprogramme+SSH

Wer mehr als die Kernfunktionalität von typo3 ausnutzen möchte, braucht Zusatzprogramme. Um beispielsweise mit der typo3-Suche auch PDFs durchsuchen zu können müssen pdf2text und pdfinfo installiert sein. 

Weitere Zusatzprogramme wie ImageMagick, GraphicsMagick, htmldoc, catdoc, xls2csv, exiftags, ooo_extract, unrtf, xlhtml, ppthtml
und fetchmail sind bei jweiland.net schon vorinstalliert, bei all-inkl muss der Webmaster alles manuell installieren.

Regelmäßig wiederkehrende Wartungsarbeiten in typo3 erledigt man am besten mit einem SSH-Zugang. Der ist bei jweiland.net im Tarif enthalten, all-inkl unterstützt diese Funktion bei keinem Tarif. Damit muss der Webmaster ein typo3-Update bei all-inkl per FTP durchführen, was umständlicher ist, als per SSH.

Datensicherung: Nicht all-inkl

Wenn man genauer hinguckt, gibt es bei jweiland.net eine speziell für Unternehmen höchst interessante Dienstleistung, die bei all-inkl fehlt: eine tägliche vollautomatische Datensicherung.

Bei Jweiland.net werden die Server jeden Tag komplett gesichert, außerdem legt das System auf dem Webspace des Kunden ein Backup von Verzeichnissen und Datenbank der letzten sieben Tage an. Der Kunde kann das selbst bei Bedarf zurücksichern, oder das als kostenpflichtige Dienstleistung vom Support erledigen lassen.

Bei all-inkl.com findet man zum Thema Backup erst nach längerer Suche etwas, allerdings nicht in der Leistungsbeschreibung des Tarifs, sondern in den Supportseiten. Hier gibt all-inkl.com Tipps wie man eine Datenbank händisch sichert, was den Bedürfnissen eines Unternehmens eher weniger entgegenkommt. Das ist übrigens im teureren Tarif All-inkl Business nicht anders.

 

Unterstützung beim Backup besteht bei all-inkl.com nur in einem entsprechenden Eintrag bei den Support-FAQ, der Webmaster muss selbst regelmäßig Hand anlegen.

 

Fazit

Um eine typo3-Installation erfolgreich ans Laufen zu bekommen, braucht man keinen auf typo3 spezialisierten Webhoster, soviel ist sicher. Sämtliches Know-How ist kostenlos im Internet erhältlich und man kann auch bei einem allgemeinen Webhoster sein System sicher und performant betreiben.

Dennoch lohnt es sich gerade für Unternehmen ohne spezielles typo3-KnowHow monatlich ein paar Euro mehr zu investieren und den Webauftritt beim typo3-Spezialisten hosten zu lassen. Ob es die problemlose Installation aktueller Versionen ist, der anwendungsspezifische Support, der – wenn auch kostenpflichtige – Updateservice oder die auch nur die tägliche vollautomatische Datensicherung: Ein typo3-Webprojekt lässt sich mit der Unterstützung eines Spezialisten wesentlich zeitsparender und somit unterm Strich somit auch wirtschaftlicher aufsetzen und betreuen.

Für alle Unternehmen, in denen typo3-Administration und Support nicht zum Kerngeschäft gehört, ist die vergleichweise geringe Mehrausgabe für einen spezialisierten Provider gut investiertes Geld. Für private Anwender sind die Typo3-Provider allerdings unterm Strich zu teuer, außerdem ist die fehlende 1-Click-Installation für andere Anwendungen in dem Fall nachteilig.

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