Was will IBM mit Sun?
Innerhalb von 48 Stunden hat sich die Server-Welt radikal verändert. Zuerst hatte Netzwerkspezialist Cisco den Einstieg in den Servermarkt verkündet. Dann meldete das Wall Street Journal, dass IBM plant, Sun zu kaufen. Der Kaufpreis soll bei 6,5 Milliarden Dollar liegen. Noch ist der Deal nicht bestätigt, noch kann alles schief gehen, doch Brancheninsider diskutieren jetzt schon über die möglichen Folgen der Übernahme.
Der dem Vernehmen nach 6,5 Milliarden Dollar schwere Deal wäre die bisher größte Akquisition von IBM. 2007 hatte IBM Cognos für 5 Milliarden Dollar übernommen.
Suns Open-Source-Strategie geht nicht auf
Sun steckt nach Presseberichten schon seit Monaten in Schwierigkeiten. Die Strategie, Entwickler mit Open-Source-Software wie Open Solaris, NetBeans oder GlassFish anzulocken, in der Hoffnung, diese würden in der Folge Sun-Server und Storage-Produkte einkaufen, ist offenbar gescheitert. Das meint zumindest Forrester-Analyst John Rymer.
Angeblich hat das Unternehmen schon bei Mitbewerbern wie Dell oder HP vorgesprochen und sich ins Spiel gebracht. Eine Fusion mit IBM könnte Sun vor dem drohenden Aus bewahren.
IBM vergrößert Marktanteile bei UNIX
Das Portfolio von Sun wäre eine schöne Ergänzung für die IBM-Produkte. Sun ist nicht nur bei Webservern aber auch in den Bereichen Linux sowie Java Software für die Entwicklung von Web-Applikationen stark. Der Deal könnte IBM auch in bei den Bereichen Storage sowie auf dem Telekommunikationsmarkt stärken.
Forrester-Analyst James Staten sieht noch einen anderen Punkt. IBM hätte jetzt die Chance, seine »sehr loyale Kundenbasis zu halten und den Marktanteil auf dem UNIX-Markt zu vergrößern«. Zudem besitzt Sun eine ganze Reihe von Patenten.
In jedem Fall würde aber ein IT-Moloch entstehen, der den anderen großen Anbietern wie HP, Dell oder bald auch Cisco gehörig Konkurrenz machen dürfte.
(Mehmet Toprak)
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