Kartellamt will keinen bundesweiten Kabelnetzbetreiber
»Wir halten es für problematisch, wenn die drei großen Kabelkonzerne fusionieren würden«, erklärte ein Sprecher der Wettbewerbshüter gegenüber dem Handelsblatt. Eine nicht genannte Person aus Regulierungskreisen ging sogar noch weiter und sagte, man müsste das »Kartellamt erschießen«, sollte so etwas genehmigt werden.
Damit stehen die Chancen für eine Fusion schlecht, doch die halten die Kabelkonzerne für dringend notwendig, um auf dem Markt bestehen zu können. So erklärte Adrian von Hammerstein, Chef von Kabel Deutschland, dem Handelsblatt: »Wir sind von dem volkswirtschaftlichen Nutzen eines bundesweiten Kabelnetzbetreibers überzeugt. Es ist überholt, dass die Kabelnetzbetreiber in Deutschland regional aufgestellt sind und gegen national agierende Wettbewerber antreten müssen.«
Damit meint man vor allem DSL-Anbieter wie die Deutsche Telekom, die bundesweit aufgestellt sind – und sehr zum Leidwesen der Kabelnetzbetreiber auch gute Beziehungen in die Politik pflegen. Hinter den Kulissen machen sich dem Handelsblatt zufolge auch Kabel Deutschland und der Branchenzweite Unitymedia dafür stark, die gesetzlichen Weichen für eine Marktbereinigung zu stellen. Als Ansatzpunkt hat man die Breitbandstrategie der Bundesrepublik ausgemacht, denn die sei ohne die Kabelnetzbetreiber nicht umsetzbar. (Daniel Dubsky)