Facebook verliert Nutzer und Wert

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Den Wirtschaftsjournalisten von Bloomberg war an der aktuellen Facebook-Story vor allem wichtig, dass der Börsenwert von Facebook erneut gefallen ist. Dahinter stecken jedoch handfeste Gründe, die die Nutzer scharenweise von Facebook zu Google Plus treiben – denn obwohl Google ebenfalls von Datenschützern kritisiert wird, gibt es in seinem sozialen Netz den Anwendern mehr Möglichkeiten, ihre Privatsphäre und Daten zu schützen.

Der amerikanische E-Commerce-Kundenzufriedenheits-Index sei seit 2010 für Facebook jedes Jahr gefallen, berichten verschiedene Medien: Von 66 der 100 erreichbaren Punkte im Jahr 2010 auf 64 im Jahr 2011 und schließlich 62 Punkte im laufenden Jahr. Zum Vergleich: Twitter erreicht in dem Ranking 64, Punkte, LinkedIn 63 und Pinterest 69.

Eine Umfrage unter ITespresso-Lesern im April 2012 zeigte große Zurückhaltung bei der beruflichen Nutzung Sozialer Netze (Bild: ITespresso).

Im vergangenen halben Jahr sei zudem die Anzahl der US-Nutzer um 1,1 Prozent gesunken – und generell tue sich Facebook mit dem Wachstum schwer: In 14 Ländern, in denen das Unternehmen vertreten ist, stagniere es oder habe es mit rückläufigen Zahlen zu kämpfen, sagt Rory Mahler vom Finanz-Analysten Capstone.

Klarer Gewinner sei Google plus mit inzwischen mehr als 250 Millionen Usern. Der Kundenzufriedneheits-Index für das Google-Angebot kletterte im Gegensatz zu dem von Facebook – und hat nun mit dem traditionell hohen von Wikipedia (78 von 100 Punkten) gleichgezogen. An die 900 Millionen Nutzer von Facebook komme das Angebot des Suchgiganten aber noch lange nicht heran, zitiert Bloomberg den Marktforscher Larry Freed von ForeSee Results Inc.: “Irgendwie besitzen die das Konzept der sozialen Netzwerke”.

Dass Facebook kaum Nutzer dazugewinnt, liegt wohl auch daran, dass das Löschen der eigenen Nutzer-Informationen gar nicht so leicht ist. “Ich habe meinen Facebook-Account löschen können”, erklärte ein Mitarbeiter eines großen Softwarehauses, der namentlich nicht genannt werden will, gegenüber ITespresso.de, “aber das hat viel Zeit, Arbeit und Nachfragen gekostet”.

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