Kritiker: HP-Turnaround ist unmöglich

Chris O’Brien von den Silicon Valley Mercury News meint, die Aussichten für eine Rettung Hewlett Packards aus dem schleichenden Niedergang der vergangenen Jahre könnte aussichtlos sein. Nun sind die Mercury News nicht irgendwer: Die örtliche Tageszeitung der Gegend rund um alle Hightech-Startups des Valley beobachtet die lokalen Unternehmen schon seit Langem und sagte einige Erfolge und Niederlagen der IT-Branche punktgenau voraus. Das brachte auch den einstigen IT-Kolumnisten des Blattes, John Paczkowski, dazu, inzwischen für das Wall Street Journal zu arbeiten.
O’Brien sieht HP in einer Abwärts-Spirale. Meg Whitman, Chefin des einst erfolgreichen und stolzen Riesenkonzerns, ist selbst “realistisch” und findet, der Turnaround könnte Jahre dauern. O’Brien findet, auch das sei unrealistisch und führt in seinem langen Essay zahlreiche Indizien auf, die HPs verpasste Chancen, wackelnde Strategien, wirtschaftlichen Niedergang und so einige andere Punkte aufgreifen.
Eine Chance gibt er Whitman: Sie sei gut darin, Chancen zu erkennen und richtig zu reagieren. Das Kuddelmuddel, in dem sich das Unternehmen jetzt befinde, sei nicht ihre Schuld, und technisch sei das Unternehmen sehr gut aufgestellt. Schade nur, dass Hewlett-Packard nicht genügend Zeit habe, um im schnellen Silicon Valley wieder Fuß zu fassen. “Sogar, wenn HP in ein paar Jahren den Turnaround schafft, wird es sich wahrscheinlich in die falsche Richtung bewegen”.
Und weil sich die Welt im IT-Markt schnell bewegt, brauchen sich Kunden über all das Gewirr keine Sorgen zu machen: In ein paar Jahren müssen sowieso alle Rechner und Server auf den neuesten Stand gebracht werden, um mitzuhalten. Ob man nun HP kauft oder Geräte anderer Anbieter, spielt im Zeitalter offener Standards keine Rolle.