Facebook vernichtet europäische Gesichtserkennungsdaten

Die im Juni 2011 in Deutschland aktivierte Gesichtserkennung Facebooks führte über lange Zeit ein stilles Geheimleben – bis die Proteste der Datenschützer lauter wurden und im Sommer 2012 Verfahren aus Deutschland und Norwegen dem Internet-Dienst Sorgen bereiteten.
“Bis Mitte Oktober sollen Markierungen, die europäische Profile betreffen, gelöscht werden”, berichtet Focus Online nun. Ob die Funktion erneut aktiviert wird, wenn wieder etwas Ruhe eingekehrt ist, ist noch nicht bekannt.
Die Daten zumindest will Facebook angeblich nicht behalten: Bis zum 15.10. sollen “alle bisher für die Gesichtserkennung erstellten Profile” gelöscht werden, versprach Facebook den irischen Datenschutzbehörden – in Irland liegt Facebooks größtes europäisches Rechenzentrum.
Nachdem die irischen Behörden zwar beschlossen hatten, dass Facebook nichts Illegales tut, weil es Nutzer zuvor per Checkbox fragte, ob sie die Funktion aktivieren wollen, beschwerten sich dennoch Nutzer und Datenschützer aus verschiedenen europäischen Ländern. Die Funktion sei zu wenig erkennbar, das Verfahren müsse geändert werden, hieß es.
Facebook habe sich nun für einen kompletten Neustart mit Löschung aller Gesichtsmuster entschieden, teilte Europachef Richard Allan den Behörden mit. Das deutsche Bundesverbraucherschutzministerium, noch am Freitag von Focus Online befragt, war beeindruckt, was man erreichen kann: “Dass Facebook unter massivem Druck der europäischen Datenschutzbehörden seine Praxis ändert, belegt, dass es bereits nach geltendem Recht Möglichkeiten gibt, auch die globalen Player zur Einhaltung des Rechts zu verpflichten.”