Cloudforce 2012: KMU entdecken Social CRM

In München startete Salesforce.com am 16. Oktober die diesjährige Cloudforce-Tour, die in nächsten zwölf Monaten durch zwölf Städte in Deutschland, Österreich und der Schweiz führen wird.
Zur Cloudforce in München kamen über 1500 Partner, Kunden und Interessenten. Bei der Keynote zeigten zunächst große Anwenderfirmen wie DHL oder der Touring Club Suisse (TCS), wie sie durch den Einsatz von Cloud-basierten CRM-Technologien ihre Kunden, Partner und Mitarbeiter sowie ihre Produkte miteinander vernetzen.
Alle Anwendungen aus der Cloud

Das Hauptprodukt von Salesforce ist die Vertriebssteuerungs- und CRM-Anwendung Sales Cloud, die sich mit der Service Cloud um Kundenservice und Helpdesk ergänzen lässt. Als neue Funktionen stellte Salesforce Identity, Canvas, Heroku Enterprise und Touch Platform vor. Vor einigen Jahren kam die Kollaborationsanwendung Chatter hinzu, mit der Firmen ihr eigenes soziales Netzwerk aufbauen können. Prominenter Kunde dafür ist zum Beispiel Dell. Die Salesforce Platform schließlich bietet eine Plattform für Cloud-basierte Anwendungen.
Nach Ansicht von Peter Ruchatz, VP Marketing bei Salesforce.com, ist auch die Motivation sehr wichtig. Mitarbeiter würden besser arbeiten, wenn sie wüßten, dass sie Feedback auf ihre Leistungen erhalten. Daher müssten die Fähigkeiten und die Motivation der Mitarbeiter gestärkt werden. Die entscheidende Frage laute, wie man die Performance von Schreibtischarbeitern verbessern kann? “Social Business ist nicht eine Modeerscheinung, es ist vielmehr die Antwort auf ein vorhandenes Problem. Unsere Aufgabe ist es, die erforderlichen Tools zu entwickeln”, so Ruchatz.
Für Salesforce wird der Mittelstandsbereich immer wichtiger, wie auf der Cloudforce deutlich geworden ist. Nicht nur im Campus auf der Messe gab es einen eigenen Mittelstandsbereich, auch mehrere Panels widmeten sich dem Einsatz von CRM- und Social-Media-Lösungen in mittelständischen Unternehmen. Im Panel “KMU-Cloudforce-Kunden” berichteten mehrere kleinere und mittelständische Firmen über ihre Erfahrungen mit Salesforce.
KMUs entdecken Vorteile von Cloud-Diensten

Kai Volkmann, Sales Director Mittelstand bei Salesforce, weist darauf hin, dass es keinen Unterschied machen würde, ob ein Anwender 200 Lizenzen oder zwei Lizenzen nutzen würde. “Jeder Kunde erhält die gleiche Performance der Lösung, unabhängig von der Anzahl der Lizenzen.” Das sollte wohl insbesonders interessierte KMUs von der Leistungsfähigkeit der Salesforce-Lösung überzeugen.
Alexander Lindermeir, CEO von Lead.Hunter KG, bestätigt, dass Chatter im eigenen Unternehmen zunehmend E-Mails ersetzet. Lead.Hunter unterstützt andere Firmen bei der Konzeption und Umsetzung von Telemarketing und Telesales. “Wir sind Teil des Sales-Teams und Visitenkarte des Kunden”, wirbt Lead.Hunter auf seiner Homepage. Durch den Einsatz von Chatter könne laut Lindemeier die Kundenkommunikation optimiert werden, da die Anwendung eine strukturierte Kommunikation ermögliche.
Robert Böck, COO von Lead.Hunter, begründet die Entscheidung für Salesforce so: “Wir benötigten eine Lösung, die viel kann und zugleich bezahlbar ist.” Zugleich räumt er Zweifel an einer Cloud-basierten Infrastruktur aus: “Wir haben viele Kunden mit strengen Sicherheitsbestimmungen, die keine Einwände gegen Cloud-Lösungen haben.”

Junge Unternehmen wollen moderne Technologie
Daniela Schwarz, zuständig für den Vertrieb bei Mymuesli, einem Anbieter von individuell zusammenstellbarem Biomüsli, erzählt: “Wir haben uns für Salesforce entschieden, da es eine Online-Lösung ist und wir eine App für Außendienstmitarbeiter nutzen können.” Mymuesli hat Google Maps in das Programm integiert, um den Außendienstmitarbeitern zusätzliche Informationen zu geben. Schwarz gibt aber zu, dass die App für eine professionelle Tourenplanung nicht ausreichen würde.

Franz Hartmann, Produktmanager bei der tolingo GmbH, einem Internet-Übersetzungsdienstleister, erklärt die Entscheidung für die Salesforce-Lösung so: “Wir sind technologiegetrieben und wollten daher eine schnell integrierbare Lösung. Der Vorteil von Salesforce ist, dass alle Daten zentral bei dem Anbieter abgespeichert werden. Die Zugriffskontrolle bleibt aber weiterhin bei uns”
Detlev Weise, CEO der Simpleshow GmbH, weist darauf hin, dass ein CRM-Projekt niemals fertig sei, stets könne man das vorhandene Potenzial verbessern. Simpleshow hat ein Videoformat entwickelt, das komplexe Sachverhalte in drei Minuten einfach und verständlich erklären soll, nur mit Hilfe von Papierzeichnungen, zwei Händen und einem ideal komponierten Zusammenspiel aus Bild und Ton.
Interview mit Alexander Lindermeir, CEO von Lead.Hunter
ITespresso.de: Warum hat sich Lead.Hunter für Salesforce entschieden?
Alexander Lindermeir: Wir haben eine Lösung gesucht, die zum einen innovativ und modern ist, aber auch zukunftsorientiert. Wir haben uns dann die Frage gestellt, welches Tool kann das erfüllen was wir haben möchten. Eine Cloud-Lösung war für uns die Ideallösung, da die Software permanent erweitert wird und eines der innovativsten CRM-Systeme weltweit ist.
ITespresso: Welchen Bereich wollen Sie mit der Salesforce-Lösung abdecken

Alexander Lindermeir: Wir setzen die CRM-Lösung in vier Firmenbereichen ein: Compagnie, Sales, Project und Team. Wir verwenden es auf Managementebene für Dashboards und Reports, also unter anderem, um Forecasts abzurufen. Wir verwenden auf der Sales-Ebene klassisch die Lead-Eingabe bis hin zu Oportunitys, Produktverwaltung und Angebotserstellung. Auf der Project-Ebene geht es um die Datenverwaltung und Akquise für unsere Kunden.
Unternehmensweit setzen wir Chatter ein, das die komplette E-Mail-Kommunikation abgelöst ab. Alles was extern kommuniziert werden muss, funktioniert erst in der Projektebene, dass jemand E-Mail-Adressen bekommt und über diese dann auch extern kommunizieren kann. Aber auch das möchten wir in Zukunft – soweit möglich – über Chatter laufen lassen und somit nur noch über das Salesforce-System kommunizieren.
ITespresso: Was war für Sie das ausschlaggebende Kriterium, sich für Salesforce zu entscheiden?
Alexander Lindermeir: Ich glaube die Kriterien sind bei allen Unternehmen gleich. Eine Lösung, die überall verfügbar und skalierbar ist und zugleich kostengünstiger, als eine eigene IT-Landschaft zu betreiben. Das heißt die Cloud-Lösung hat uns in dieser Hinsicht vollkommen überzeugt. Wir arbeiten zum Beispiel auch mit Google Apps. Die Hauptkriterien waren also Kostenfaktor, ständige Verfügbarkeit und Skalierbarkeit.
ITespresso: Inwieweit hat die Cloud-Technologie eine Rolle gespielt?
Alexander Lindermeir: Das war eines der wichtigsten Merkmale für uns. Wir arbeiten vollständig mit Cloud-basierten Lösungen, das heißt wir haben im Unternehmen keine Server im Einsatz. Für uns sind Cloud-Lösungen auch immer die beste Alternative, weil wir damit alle mobilen Devices synchronisieren können. Der Aufwand ist gering und es ist leicht zu bedienen, was für uns auch ein wichtiger Faktor ist. Wie ich schon erwähnte, arbeiten wir mit Google Apps, aber auch mit Dropbox und Evernote. Mit diesen klassischen Cloud-Lösungen haben wir uns von Anfang an wohlgefühlt.
ITespresso: Sie hatten also keine Vorbehalte gegenüber Cloud-Lösungen wie manch anderer Mittelständler?
Alexander Lindermeir: Wir von Lead.Hunter sehen uns als ein absolut modernes und innovatives Unterenehmen. Daher richten wir auch die internen Prozesse entsprechend aus, von der Arbeitsweise der Mitarbeiter wie eben auch die IT.
ITespresso: Wie sieht es auf Kundenseite aus, setzen diese auch Salesforce ein?
Alexander Lindermeir: Wir haben einen Kunden, der auch Salesforce einsetzt, Chatter ist dort aber nicht integriert. Viele unserer Kunden haben sich damit noch nicht auseinandergesetzt. Das wollen wir aber vorantreiben, indem wir unsere Kunden überzeugen wollen, über Chatter mit uns zu kommunizieren. Das wird von unseren Kunden sehr offen aufgenommen. Sie sind eher begeistert, wenn wir ihnen zeigen, wie das funktioniert. Wenn jemand kommt, der das schon erfolgreich im Einsatz hat, ist die Neugierde entsprechend groß, wie er das macht und die Leute schauen uns innovative Ideen ab.
