Die besten Start-ups aus Nordeuropa

Angefangen hat alles vor etwas mehr als zehn Jahren mit Kazaa. Entwickelt wurde es von zwei Ingenieuren aus Estland. Die Esten verkauften das Filesharingprogramm dann an Niklas Zennström aus Schweden und Janus Friis aus Dänemark. Diese beiden strickten eine Firma drum herum – und flugs wandten sich die Augen nach Nordeuropa. Es wurde klar, dass dort Innovationen und Produkte entstehen, die die Welt erobern können.
Das war aber erst der Anfang. Langsam häuften sich Nachrichten über spannende Technologie aus den nordischen Ländern. Eigentlich werden unter dem Begriff Dänemark, Norwegen, Schweden, Finnland und Island zusammengefasst, im Technik-Kontext darf man aber auch Estland dazurechnen.
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Die besten Start-ups aus Skandinavien

Zennström und Friis machten später erneut mit erfolgreichen Start-ups von sich reden, vor allem natürlich mit Skype, aber auch mit Joost und Rdio. Als dann Spotify aus Schweden und Rovio Mobile aus Finnland den internationalen Markt überrollten, war die Überraschung nicht mehr ganz so groß.
Informationen aus verschiedenen Quellen zufolge, die Forbes zusammengestellt hat, besitzt der hohe Norden alles, was es braucht, um sich in ein Mekka für Start-ups zu verwandeln. Zumindest vier der fünf nordischen Länder landen unter den Top 10 – egal, welchen Indikator man misst: bestes Land, um eine Firma zu gründen, globaler Innovationsindex, höchster Prozentsatz des BIP an Ausgaben für Forschung und Entwicklung oder die höchste Zahl angestellter Wissenschaftler.

Wie passt hier Estland ins Bild? Zwar gehört es offiziell nicht zu den nordischen Ländern, kulturell betrachtet ist es aber viel stärker an Finnland gekoppelt als an die anderen baltischen Staaten. Im technischen Kontext gehört es zu den Nationen, die die meisten Start-ups hervorbringen. Es zeichnet sich durch eine flächendeckende Versorgung mit Breitband-Internet und starken Studiengängen in Physik und Mathematik aus.
So wurden die Voraussetzungen für ein Klima geschaffen, in dem sich Start-ups hervorragend entwickeln können. Diesen Anspruch unterstreicht das Land zum Beispiel mit der European Innovation Academy, die im Juli dieses Jahr bereits zum zweiten Mal stattfindet.
Aber auch in Finnland, Dänemark und Schweden schießen Start-ups wie Pilze aus dem Boden. Selbst in Island ist die Anzahl hoch – vor allem in Relation zur geringen Bevölkerungszahl. Einzig Norwegen fällt ein wenig aus der Rolle: Trotz eines gut funktionierenden Schulsystems, der sozialen Sicherheit und hohen Lebensqualität wird Innovation dort nicht so groß geschrieben. Im jährlichen Innovation Union Scoreboard der Europäischen Kommission, das die Innovationsindizes verschiedener EU- und Nicht-EU-Staaten (wie Norwegen) vergleicht, finden sich die Norweger in der Gruppe der “mäßig innovativen” Länder – unter dem europäischen Durchschnitt und etwa gemeinsam mit Spanien, Portugal, Griechenland und Italien.
[mit Material von Ana Bulnes, ITespresso.es]
Tipp: Mehr zu IT-Firmen aus dem hohen Norden erfahren Sie auch im Artikel Europas unbekannte IT-Standorte: IT made in Schweden.