Vorverkauf des ersten Smartphones mit Sailfish OS hat begonnen

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Das finnische Unternehmen Jolla hat das erste Smartphone mit dem MeeGo-Nachfolger Sailfish OS angekündigt. Das Gerät der von ehemaligen Nokia-Mitarbeitern gegründeten Firma kann jetzt in mehreren europäischen Ländern – darunter auch Deutschland – vorbestellt werden. Bis zum Jahresende soll es zum Preis von 399 Euro in den Handel kommen.

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Das erste Smartphone mit Sailfish OS kann nun für 399 Euro vorbestellt werden (Bild: Jolla).

Zur Hardwareausstattung des Smartphones hat Jolla allerdings nur wenig Angaben gemacht. Angetrieben wird das Handy von einem Dual-Core-Prozessor. Der interne Speicher ist 16 GByte groß. Er kann mit SD-Speicherkarten erweitert werden. Außerdem besitzt das Gerät ein 4,5 Zoll großes Display, eine 8-Megapixel-Kamera mit Autofokus und einen austauschbaren Akku. In Abhängigkeit vom jeweiligen Mobilfunkanbieter soll es auch 4G-kompatibel sein.

Statt durch Hardware will sich Jolla vor allem durch das Nutzererlebnis von der Konkurrenz absetzen. “Wir würden die Hardware-Details wirklich gerne umgehen”, sagte Jolla-CEO Tomi Pienimäki im Gespräch mit ZDNet.com. “Wenn man sich die Anbieter anschaut, die Android-Handys fertigen, dann macht das auf mich den Eindruck, als könnte man nur über die Hardware konkurrieren, weil das Betriebssystem jeder hat.” Zudem wies er darauf hin, dass sich kleinere Details der Hardware des Sailfish-Smartphones noch ändern können.

Jolla bietet Enthusiasten ab sofort auch einen Gutschein über 100 Euro an, der beim Kauf des Geräts verrechnet wird. Darüber hinaus wird ihre Vorbestellung des Sailfish-Smartphones vorrangig behandelt und sie erhalten ein Sailfish-T-Shirt.

Austauschbare Gehäuserückseite als Clou

Mit dem Gutschein sichern sie sich auch eine limitierte Ausgabe der als “Other Half” bezeichneten Gehäuserückseite des Handys, die allerdings mehr ist als nur eine Abdeckung. “Fügt man die beiden Hälften zusammen, verändert sich auf der Software-Seite das Look and Feel”, ergänzte Pienimäki. Dafür sorgt ein in die Abdeckung integrierter Chip.

Als Anwendungsbeispiel nannte Pienimäki eine Musikgruppe, die für die Veröffentlichung eines neuen Albums mit der Other Half eine angepasste Bedienoberfläche anbieten könnte. Die Musik sei zwar nicht in der Abdeckung gespeichert, diese diene aber als Schlüssel für den Zugriff auf Online-Inhalte.

Other Half sei zudem ein Teil der “Co-Creation” genannten Kampagne, die Nutzer an der Entwicklung des Features beteilige. “Wir werden sie fragen, wie wir die Other Half gestalten sollen”, so Pienimäki weiter. “Wir wollen das nicht selber tun. Wir möchten Anregungen von der Community und den Nutzern, beispielsweise in Bezug auf die Farben des Covers.”

Derzeit arbeitet Jolla noch daran, dass Kunden Android-Apps unter Sailfish installieren können. Ungeklärt sei die Frage, welchen Store Nutzer für ihre Einkäufe verwenden könnten, sagte Pienimäki. Die Gespräche dauerten noch an, aber es kämen einige Anbieter infrage. Namen möglicher Partner nannte er jedoch nicht.

[mit Material von Liam Tung, ZDNet.com]

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