Breed Reply investiert in drei Start-ups aus dem Bereich Internet der Dinge

Breed Reply hat die Gewinner seines im Oktober angelaufenen Wettbewerbs für Gründungen im Bereich Internet der Dinge gekürt. Aus 130 Einsendungen aus der ganzen Welt gingen drei hervor, die sich aus Sicht des Investors mit erfolgversprechenden Anwendungen der Vernetzung intelligenter Geräte beschäftigen. Insgesamt investiert der Geldgeber etwas über 3 Millionen Euro in die Start-ups.
Breed Reply fördert Firmen in Europa und den USA, indm es in Unternehmensbeteiligungen zwischen 20 und 70 Prozent investiert. Hinter dem Geldgeber steckt das Unternehmen Reply, das seit 2014 mit seinen Produkten Sensoria und Xmetrics bereits im Bereich des “Wearable Computing” agiert. Die Fitness-Sensoren für Laufen und Schwimmen sind nur erste Beispiele für die Anwendung von Technik im alltäglichen Leben – Reply will noch mehr und investiert daher.
Im Bereich Healthcare ist dies das italienische Start-up Braincontrol. Es hat eine über Gehirnströme gesteuerte Technologie entwickelt, mit dessen Hilfe beispielsweise an ALS (Amyotrophe Lateralsklerose) oder Multipler Sklerose erkrankte Personen mit ihrer Umgebung kommunizieren können. Das “Brain-Computer Interface” (BCI) erkennt über ein auf dem Kopf angebrachtes Gerät Gehirnaktivitäten, interpretiert die erzeugten elektrischen Signale und kann dadurch beispielsweise Computer oder Tablets steuern – und vielleicht später auch Motoren für künstliche Gelenke oder ähnliches. Braincontrol hat bereits den EU-Wettbewerb “Health Solution” sowie den Gaetano-Marzotto-Preis gewonnen.
Im Gebiet “Smart Home” suchte sich der Geldgeber die Firma Cocoon aus Großbritannien aus. Sie hat ein Alarmsystem entwickelt, das ohne weitere Sensoren und sonstige Installationen alle Vorgänge im Haus in Echtzeit überwacht. Alle im Haus gewohnheitsmäßig ablaufenden Prozesse werden eingespeichert und vermeiden so Fehlalarme. Aber registriert die Überwachung Ungewöhnliches, sendet das System sofort Meldungen sowie hochauflösende Videos über die entsprechende App an das Smartphone. Das System erweitert klassische Überwachung damit um die Logik der Verhaltenskontrolle, wie sie bereits in einigen Antivirenprogrammen verwendet wird.
Das niederländische Start-up Greeniant schließlich widmet sich dem Thema Energie. Mit einer Analyse der Aufzeichnung von in Wohnungen verteilten Stromzählern zeigt es Stromerzeugern oder Verbrauchern den Strombedarf der Haushaltsgeräte an. Es müssen keine zusätzlichen externen Systeme an die Haushaltsgeräte angeschlossen werden, denn die Daten entstehen direkt im Stromzähler.
Neben Geld bekommen die drei Start-ups zusätzlich Management-Unterstützung. Der Preis soll im laufenden Jahr noch einmal ausgelobt werden. Inkubator Breed Reply mit Hauptsitz in London sowie Niederlassungen in Deutschland und Italien bietet drei Dienstleistungen: zum einen Finanzierungen für die Vorgründerphase und die Anfangsphase der Unternehmensgründung; zum anderen konkrete Unterstützung durch den Transfer von unternehmerischem Wissen, Management- und Technologie-Kompetenzen sowie Hilfe bei der mittelfristigen Etablierung der Startups in ihren Zielmärkten.
Wer sich für Start-ups im Bereich Internet der Dinge interessiert, hat auch die Möglichkeit, sich die 50 Finalisten von CODE_n während der CeBIT in Hannover anzuschauen. In der vierten Auflage des Wettbewerbs – diesmal unter dem Motto “Into the Internet of Things” – wurden Gründer und Unternehmen gesucht, deren Ideen das Zeitalter des Internet der Dinge einläuten. Der Innovationswettbewerb war in die vier Bereiche Digital Life, Smart City, Future Mobility und Industry 4.0 unterteilt. Vom 16. bis 20. März 2015 präsentieren die von einer Jury ausgewählten 50 Finalisten nun in Halle 16 auf der CeBIT in Hannover ihre Ideen und Geschäftsmodelle.