Bluetooth SIG startet Beta des Bluetooth Developer Studios

Die Bluetooth Special Interest Group (SIG) hat die Beta-Version des Bluetooth Developer Studios vorgestellt. Das Developer-Kit soll es Entwicklern erleichtern, die Bluetooth-Technologie zu verstehen und einsetzen. Letztendlich reduziere sich damit auch die für die Produktentwicklung erforderliche Zeit. Dass ist der Bluetooth SIG auch deshalb wichtig, weil sie auf zahlreiche Anwendungen in Geräten für das Internet der Dinge hofft.
“Die SIG hat sich intensiv mit Tools und Programmen auseinandergesetzt, die Entwickler beim Erlernen der Bluetooth-Technologie und bei der schnelleren Produktentwicklung unterstützen – und das Bluetooth Developer Studio ist das Ergebnis dieser Bemühungen”, sagt Steve Hegenderfer, Leiter Entwicklerprogramme bei der Bluetooth SIG. “Damit können Entwickler, Innovatoren und andere, die eine Idee für das Internet der Dinge haben, ihre Produktidee schneller und kostengünstig auf den Markt bringen.”
Das grafische, GATT-basierende Tool unterstützt bei Anwendungsentwicklung und Debugging. Das Bluetooth Developer Studio bietet zudem Zugang zu Tutorials und Code-Beispielen. Mittels Drag and drop können Entwickler das benötigte Bluetooth-Profil identifizieren und darauf aufbauend ihr Projekt erstellen. Das Tool erstellt zudem aus Chips und Modulen automatisch den benötigten Code, und kann sowohl mit virtuellen als auch physischen Geräteoptionen Tests durchführen. Auf Grundlage von Feedback von Alpha-Anwendern und erfahrenen Bluetooth-Entwicklern könnte das Toolset laut Bluetooth SIG die Entwicklungszeit um bis zu 70 Prozent verkürzen.
“Darüber hinaus können Entwickler ihre Implementierungen mit der Bluetooth-Entwickler-Community teilen. So können Referenz-Designs oder individuelle Anwendungsfälle über das Tool einfach veröffentlicht werden, damit andere diese verwenden oder darauf aufbauen können”, so Hegenderfer weiter. Die Nutzerzahl der nun verfügbaren Beta des Bluetooth Developer Studios ist allerdings begrenzt, Interessenten sollten sich daher rasch anmelden.
In den vergangenen Monaten waren wiederholt Bedenken laut geworden, dass der Einsatz von ursprünglich für ganz andere Zwecke konzipierten Technologien und Protokollen für Zwecke im “Internet der Dinge” ein erhebliches Risiko darstellen könnte. Beispielsweise hatte die Europäische Agentur für Netz- und Informationssicherheit (ENISA) im Februar darauf hingewiesen, dass es Stand heute in Smart Homes eine Vielzahl an unterschiedlichen Geräten mit entsprechend unterschiedlichen Protokollen und Technologien gibt, die zu herkömmlichen Sicherheitssystemen nicht kompatibel sind. Ausdrücklich nannte sie dabei Drahtlostechnologien wie Z-Wave67, Zigbee und Bluetooth.

Darüber hinaus hätten viele Smart-Home-Geräte weder die erforderliche Rechen- noch Energieleistung, um Verschlüsselungsalgorithmen oder eine Endpunktauthentifizierung zu unterstützen. Sie sind einer Studie der ENISA zufolge daher beispielsweise besonders anfällig für Sniffing- oder Man-in-the-Middle-Attacken. Zumindest bei ZigBee- und Z-Wave-Protokollen seien letztere sogar bereits nachgewiesen worden.
Unabhängig davon hatten bereits andere Sicherheitsforscher die fehlende Rechen-Power – insbesondere bei der im Dezember verabschiedeten Version Bluetooth 4.2 – als Schwachstelle ausgemacht. Auf Anfrage des ITespresso-Autors Joachim Jakobs hatte die Bluetooth SIG damals unter anderem mitgeteilt, dass sich Verbraucher keine Sorgen zu machen brauchten: Bluetooth nutze dem Online-Banking vergleichbare – und teilweise sogar stärkere – Sicherheitsmechanismen. Sie empfahl jedoch für Anwendungen geeignete, sichere Passwörter zu wählen und diese regelmäßig zu ändern.
Tipp der Redaktion: WLAN hat sich in den vergangenen Jahren als feste Größe in der drahtlosen Vernetzung etabliert. In der jüngeren Vergangenheit sind zum Beispiel mit Miracast, WHDI, Wireless HD weitere Möglichkeiten für drahtlose Datenverbindungen hinzugekommen. Zeit für einen Überblick über Stärken und Schwächen der Newcomer.