Winoboard soll Entwicklung günstiger, WLAN-basierender Geräte für das Internet der Dinge ermöglichen

Innovation
winoboard (Bild: Ingenieurbüro Kopp)

Dazu integriert der Arduino-kompatible Einplatinencomputer ein WiFi-Modul, dass sich via TCP/IP an das Internet anbinden lässt. Die Entwickler sammeln im Rahmen einer Kickstarter-Kampagne derzeit Geld für die Plattform, die zum angepeilten Verkaufsstart im September nur 10 Euro kosten soll. Aufgrund ihres niedrigen Energieverbrauchs soll sie sich etwa für Anwendungen zur Steuerung der Heimautomation eignen.

Das Ingenieurbüro Kopp, das seit März 2013 als Dienstleister im Bereich der computergestützten Entwicklung tätig ist, sammelt auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter jetzt Geld für seinen Winoboard genannten Einplatinencomputer, der mittels eines integrierten WiFi-Moduls helfen soll, WLAN-basierende, vernetzte Geräte für das Internet der Dinge zu entwickeln. Denkbar sind etwa Anwendungen zur Heimautomation wie die Steuerung von Motoren, Licht oder Steckdosen. Neben komplexen Steuerungsaufgaben soll das Board auch entsprechende Mess- und Rechenaufgaben bewältigen können und dabei einen sehr niedrigen Energieverbrauch aufweisen.

Als Finanzierungsziel peilen die Entwickler 25.000 Euro an, nach zwei Tagen sind bereits über 3000 Euro zusammengekommen. Das <a href="Winoboard positioniert sich mit einem anvisierten Verkaufspreis von 10 Euro dabei als “wesentlich günstigere Alternative” zu vergleichbaren Entwicklungsplattformen und soll bei erfolgreicher Finanzierung ab September weltweit ausgeliefert werden und in Serienproduktion gehen. Die Kampagne läuft noch bis 12. Juli.

In puncto Hardware bildet der ATSAMD21-Mikrocontroller mit ARMs Cortex-M0+-Architektur das Herzstück des 18,5 mal 26,5 Millimeter großen Winoboards. Ferner ist neben 16 KByte RAM und 128 KByte Flashspeicher bereits das WLAN-Modul ESP8266EX mit integrierter Keramikantenne auf die Platine gelötet. Dieses funkt nach den Standards 802.11 b/g/n und bindet die Plattform über die Protokolle TCP/IP respektive UDP sowie DHCP an das Internet an. Neben hochauflösenden analogen Ein- und Ausgängen offeriert das Winoboard auch insgesamt 15 digitale Ein- und Ausgänge (I/O-Pins).

Layout Winoboard (Bild: Ingenieurbüro Kopp)
Layout der Basisplatine des Winoboards (Bild: Ingenieurbüro Kopp).

Die Entwicklungsplattform ist ähnlich aufgebaut wie die Arduino-Plattform und daher auch zu ihr kompatibel. Wie diese bringt sie außer der Hardware auch eine umfangreiche, kostenlose und quelloffene Softwareumgebung mit. Das Winoboard soll allerdings kleiner und günstiger als die Arduino-Boards sein. Neben Entwicklern richtet es sich auch an Bastler und Einsteiger. Für letztere stellt es die Winoboard-Programmierschnittstelle (API) bereit, mit der sich Programmideen möglichst einfach und intuitiv umsetzen lassen sollen.

Ferner werden sowohl für Anfänger gedachte als auch professionelle Entwicklungsumgebungen (IDEs) im Winoboard-Paket zur Verfügung gestellt, darunter die Arduino IDE oder Atmel Studio. Die Anbieter des Boards betonen hierbei aber auch, dass zur Verwendung der Winoboard-Plattform keinerlei Programmierkenntnisse erforderlich sind. Durch einen integrierten Befehlssatz sei jedes Modul auch ohne Programmieren in der Lage, direkt mit jedem anderen Gerät in einem WLAN-Netzwerk zu kommunizieren, etwa mit Smartphones, Tablets oder PCs.

Darüber hinaus lassen sich über stapelbare Kontaktierungen steckbare Erweiterungsmodule auf den 27-Pin-Anschlüssen des Winoboards anbringen. Durch diese sogenannten Upgrades lässt sich die Platine etwa um ein USB-Modul erweitern, das neben gängigen USB-Anwendungen überhaupt erst die Programmmierung der Plattform ermöglicht. Die Einrichtung erfolgt hierbei browserbasiert.

Nützlich sind ebenso Erweiterungen zur Bewegungsmessung, die Beschleunigungs- und Magnetsensoren umfassen, aber auch solche zur Temperaturmessung unter Verwendung von Thermoelementen. Genauso lässt sich etwa ein Batteriemodul aufstecken, das die kabellose Stromversorgung über eine Knopfzelle ermöglicht.

Winoboard 2 (Bild: Ingenieurbüro Kopp)
Das Winoboard offeriert eine Programmierplatine mit Arduino-kompatiblem Layout (Bild: Ingenieurbüro Kopp).

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