Von Smartphones geht hohe Suchtgefahr für Kinder und Jugendliche aus

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Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie im Auftrag der Landesmedienanstalt Nordrhein- Westfalen. Demnach sind acht Prozent der jungen Smartphone-Besitzer gefährdet. Schuld sind zum Teil auch die Eltern: 15 Prozent von ihnen reglementieren die Nutzung nicht.

Im Rahmen einer Medienpädagogischen Fachtagung der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen werden heute in Düsseldorf auch die Ergebnisse einer Studie mit dem Titel “Mediatisierung mobil – Handy und mobile Internetnutzung von Kindern und Jugendlichen” vorgestellt. Der von der Landesmedienanstalt in Auftrag gegebenen Untersuchung zufolge geht von den mobilen Geräten eine hohe Suchtgefahr aus und räumen die befragten Jugendlichen selbst zahlreiche Probleme im Zusammenhang mit der Smartphone-Nutzung ein. Wie zum Beispiel Krone.at vorab berichtet hat, besteht bei acht Prozent der jungen Smartphone-Besitzer konkrete Suchtgefahr.

Einer aktuellen Studie zufolge geht von Smartphones für Kinder und Jugendliche eine hohe Suchtgefahr aus (Bild: Shutterstock/Ottochka)

Befragt wurden 500 Kinder und Jugendliche im Alter von acht bis 14 Jahren. Von ihnen gaben 48 Prozent an, durch das Smartphone grundsätzlich abgelenkt zu werden, zum Beispiel von den Hausaufgaben. Nach Einschätzung von 20 Prozent aller Befragten sind schulische Probleme (auch) auf ein zu intensive Nutzung des Mobiltelefons zurückzuführen. 43 Prozent räumten ein, unüberlegt persönliche Daten preiszugeben und 24 Prozent fühlen sich durch die Kommunikation über Messenger unter Stress gesetzt. Und 15 Prozent bedauern selbstkritisch, dass sie aufgrund der Mobilfunknutzung zu wenig echte Kontakte zu Freunden haben.

Smartphone-Nutzung durch Jugendliche in Deutschland (Grafik: Bitkom)

Bei der Smartphone-Nutzung sind 21 Prozent der Jugendlichen bereits auf nicht jugendfreien Seiten gelandet. Fast ebenso vielen (19 Prozent) wurden schon Gewaltvideos zugeschickt. Über Mobbing oder Ausgrenzung (Beispielsweise durch Ausschluss aus einem Gruppenchat in einem Messenger, haben sich bei der Befragung elf Prozent beschwert.

Laut der Autorin der Studie, Karin Knop von der Universität Mannheim sind die Zahlen aber Mindestwerte, da nicht ausgeschlossen werden könne, dass die Befragten sich und die Smartphone-Nutzung, die ihnen ja wichtig ist, positiver sehen oder zumindest darstellen. Die exzessive Nutzung der Smartphones durch Kinder und Jugendliche ist Knop zufolge zum Teil durch die Angst getrieben, aus dem Kommunikationsprozess des Freundes- oder Bekanntenkreises ausgeschlossen zu werden. So entstehe ein “permanenter Kommunikationsdruck”.

Die im Rahmen der Untersuchung ebenfalls befragten Eltern leiden unter Machtlosigkeit, Kontrollverlust und Überforderung und berichten von häufig auftretendem Streit über das Ausmaß der Handynutzung der Kinder. 15 Prozent haben bereits aufgegeben und verzichten auf jegliche erzieherischen Vorgaben. Über technische Nutzungseinschränkungen wissen die meisten Eltern kaum oder gar nicht Bescheid. Und die informierten übertreiben die Kontrolle oft und ignorieren die ihren Kindern daraus entstehenden Nachteile.

Ihnen und ihren Kindern bietet die Landesmedienanstalt NRW zahlreiche hilfreiche Broschüren zum Download an. Zum Beispiel gibt es Tipps für sicheres chatten, einen Leitfaden zur Facebook-Chronik, allgemeine Datenschutztipps für Jugendliche sowie Hilfen beim Umgang mit Mobbing. Auch der IT-Branchenverband Bitkom hat bereits im vergangenen Jahr eine ganze Reihe an Tipps für die Smartphone-Nutzung von Kindern und Jugendlichen gegeben. Der Verband empfiehlt, schon vor der Anschaffung darüber zu sprechen, wie das Smartphone genutzt werden darf, welche Verantwortung der Besitz des Gerät mit sich bringt und worauf die Kinder achten müssen. Einerseits sollten Eltern mit ihren Kindern gewisse Nutzungsregeln vereinbaren, zum Beispiel wie lange das Smartphone pro Tag zum Spielen genutzt werden darf und welche Konsequenzen bei Übertretungen der Regeln eintreten. Andererseits empfiehlt der Verband Eltern aber auch, ihren Kindern zu “signalisieren, dass sie ihnen beim Umgang mit dem Smartphone vertrauen.”

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