Rogue Wave Software kauft PHP-Spezialisten Zend Technologies

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Rogue Wave Softwae kauft Zend Technologies (GRafik: Zend Technologies)

Der Käufer bot bislang plattformübergreifende Entwicklerwerkzeuge für C, C++, C# und Java an. Mit dem Kauf, zu dessen finanziellen Details keine Angaben gemacht wurden, weitet er dies nun auf die Bereiche Web- und Mobile aus. Die bisher von Zend verfolgte Open-Source-Strategie soll beibehalten werden.

Zend Technologies wird für einen nicht genannten Betrag von Rogue Wave Software übernommen. Rogue Wave konnte bislang Entwickler-Tools für C, C++, C#, und Java anbieten. Mit der Übernahme von Zend kommt nun auch PHP dazu. Laut Pressemitteilung zur Übernahme läuft derzeit etwa die Hälfte aller Workloads im Web auf PHP und basieren Magento, Drupal und WordPress darauf. Mit den Zend-Produkten lasse sich PHP aber auch zur Softwareentwicklung in Unternehmen einsetzen – von der Erstellung des Codes bis zum Einsatz im Alltag.

Rogue Wave Softwae kauft Zend Technologies (GRafik: Zend Technologies)

Als Alternative zu Zend bietet sich bislang in erster Linie Symfony an, das auf eine große und aktive Community verweisen kann. Die trifft sich übrigens das nächste Mal vom 13. bis 16. Oktober in Berlin. Darüber, welches Framework zu bevorzugen ist, lässt sich trefflich streiten, was Entwickler in Foren auch fleißg tun. Letzendlich hängt es wohl vom konkreten Einsatzzweck und persönlichen Vorlieben ab.

Weitere, allerdings deutlich weniger weit verbreitete Alternativen sind CodeIgniter, das seit 2014 vom British Columbia Institute of Technology weitergepflegt wird, sowie CakePHP, von dem diese Woche Version 3.1.1 freigegeben wurde. Letzteres wird zum Beispiel von BMW, Hyundai, den Teamspeak-Entwicklern, der Surfer-Marke Billabong und dem italienischen Modeunternehmen Calzedonia verwendet.

Brian Pierce, CEO von Rogue Wave, begründet den Kauf von Zend damit, dass er dem generellen Ziel seines Unternehmens diene, die Entwicklung von Software zu beschleunigen. Außerdem lässt er durchblicken, dass man an PHP heute einfach nicht mehr vorbeikomme – es sei Teil der Art und Weise, wie Software heute entwickelt wird.

Zend bietet im Wesentlichen vier Produkte an. Zend Server soll Entwicklung und Einrichtung von Web- und Mobil-Anwendungen unterstützen. Z-Ray gibt Entwicklern unmittelbar Einblick in Websites und Apps und hilft ihnen Verbesserungen vorzunehmen. Die PHP IDE Zend Studio unterstützt Developer bei der Bearbeitung des Codes, der Fehlersuche und der Automatisierung. Zend Guard schließlich soll PHP-Anwendungen durch Verschlüsselung und Verschleierung vor Reverse Engineering und Diebstahl geistigen Eigentums schützen.

Die beiden Zend-Gründer Andi Gutmans und Zeev Suraski kommen in der Pressemitteilung zur Übernahme zwar mit euphorischen Stellungnahmen zu Wort, über ihr weiteres Schicksal werden aber keine Angaben gemacht. Üblich sind an dieser Stelle jedoch Hinweise darauf, was das bisherige Management im neuen Konstrukt für Aufgaben übernimmt. Gutmanns erklärt immerhin, dass Rogue Wave seit der Übernahme von OpenLogic 2013 Erfahrung mit Open Source habe und auch bei Zend die bislang verfolgte Open-Source-Strategie nicht ändern wolle. Einzelheiten zur weiteren Strategie und möglicherwiese Details der Übernahme werden wahrscheinlich zur ZendCon, die Mitte Oktober in Las Vegas stattfindet, bekannt gegeben.

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