Soundcloud bekommt 32 Millionen Euro Wagniskapital

Bei dem Geld für den in Schweden gegründeten und nun in Berlin ansässigen Streaming-Dienst handelt es sich um ein sogenanntes Debt Funding. Dahinter steht einer schwedischen Nachrichtenseite zufolge der Wagniskapitalgeber Tennenbaum Capital Partners. Er soll Soundcloud zudem ein weiteres Darlehen über 64,5 Millionen Euro in Aussicht gestellt haben.
Der Musik-Streaming-Dienst Soundcloud soll durch ein sogenanntes Debt Funding frisches Kapital in Höhe von 32 Millionen Euro erhalten haben. Das berichtet Tech.eu unter Berufung auf die schwedische Nachrichtenseite Digital. Sie beruft sich auf wiederum auf Pflichtmeldungen des Start-ups an Behörden. Das Darlehen sei demnach vom US-amerikanischen Wagniskapitalgeber Tennenbaum Capital Partners http://www.tennenbaumcapital.com/ abgesichert. Der soll Soundcloud zudem eine Option auf weitere 64,5 Millionen eingeräumt haben.
Die bislang letzte Finanzierungsrunde hatte Soundcloud Ende 2014 abgeschlossen. Damals kamen 150 Millionen Dollar in die Kasse und werde das Unternehmen auf 1,2 Milliarden Dollar taxiert. Ein Jahr später liegt der Wert deutlich niedriger. Zumindest tauchte Soundcloud nicht mehr in der Liste der mit über einer Milliarde Dollar bewerteten europäischen Start-ups auf. Die führte im Herbst dagegen der ebenfalls aus Schweden stammende Konkurrent Spotify mit einer Bewertung von 8,5 Milliarden Dollar an.
Der Anteil von Streaming-Diensten am digitalen Musikumsatz liegt weltweit bei rund einem Drittel. Er hat sich damit in den vergangenen Jahren erheblich gesteigert. So waren es 2008 zum Beispiel noch weniger als zehn Prozent. Und das Wachstum hat sich in jüngster Zeit erheblich beschleunigt. Wie aktuell die Financial Times berichtet hat, kann Apple Music sechs Monate nach seinem Start bereits auf 10 Millionen zahlende Abonnenten verweisen. Spotify habe dagegen sechs Jahre gebraucht, um auf eine vergleichbare Anzahl zahlender Nutzer zu kommen.

Bloomberg zufolge hatte Soundcloud im Sommer 2015 rund 175 Millionen Nutzer, die jede Minute rund 12 Stunden Audiomaterial hochgeladen haben. Der Nachrichtendienst bezeichnete das Start-up daher auch schon als das „Facebook für Musik“. Allerdings wies er auch auf mehrere erfolglose Versuche hin, aus der umfangreichen Nutzerbasis auch ausreichende Einnahmen zu erhalten. Außerdem berichtete er über Schwierigkeiten, mit größeren Musikverlagen Lizenzvereinbarungen zu unterzeichnen.

Immerhin in Bezug auf die Lizenzvereinbarungen hat Soundcloud seitdem Fortschritte gemacht. So wurden entsprechende Verträge nicht mit PRS for Music, das die Berliner zuvor verklagt hatte, sondern auch mit der Agentur Merlin unterzeichnet. Mit Warner Music besteht ein derartiger Vertrag bereits seit 2014.