Flowy Apps bietet verschlüsselte Private Cloud für Technik-Laien

Data & StorageStorage
REDS.box (Bild: Flowy Apps)

Das Start-up offeriert die Speicherhardware REDS.box, die wiederum auf dem REDS-Datenspeicherkonzept basiert. Vorrangiges Ziel ist das Trennen der Nutzerdaten von der eigentlichen Cloud-Anwendung. Eine durchgängige AES-Verschlüsselung für den chiffrierten Datenaustausch ist schon voreingestellt.

Das Kieler Start-up Flowy Apps hat eine Speicherhardware namens REDS.box sowie die zugehörige, quelloffene Datensicherungstechnologie REDS (“Remotely Encrypted Distributed Storage”) angekündigt. Beides soll es Nutzern von Cloud-Diensten ermöglichen, eine sichere private Cloud einzurichten. Seit 19. Januar läuft zur Finanzierung einer ersten Kleinserie auch schon eine Crowdfunding-Kampagne auf Kickstarter.

REDS.box (Bild: Flowy Apps)
Die Speicherhardware REDS.box soll in Varianten mit 32 GByte und 1 TByte verfügbar sein (Bild: Flowy Apps).

Bei der REDS-Technologie werden die Nutzerdaten von der eigentlichen Cloud-Anwendung getrennt, sodass sich der Speicherort frei wählen lässt und Anwender unabhängig vom jeweiligen Anbieter sind. Hierzu benötigen sie dem Start-up zufolge lediglich einen REDS-kompatiblen Speicher, auf dem die REDS-Speichersoftware installiert ist. Grundsätzlich bietet sich dafür jeder über das Internet erreichbare Festplattenspeicher an, also neben der REDS.box selbst etwa auch ein vertrauenswürdiger Anbieter oder ein eigener NAS-Server.

Flowy Apps richtet sich mit seinem Angebot dabei insbesondere auch an wenig technikaffine Anwender. Die REDS.box unterscheide sich von herkömmlichen NAS-Lösungen vor allem durch unkomplizierte und schnelle Einrichtung, da sowohl die Freischaltung von Ports als auch die Einrichtung von Nutzerkonten entfielen. Zudem sei die Benutzeroberfläche anwenderfreundlich gestaltet. Weiterhin sei im Vergleich zu anderen Private-Cloud-Systemen wie dem von Protonet der verschlüsselte Dateienaustausch automatisch und standardmäßig voreingestellt.

Das Start-up empfiehlt für Einsteiger das günstigere 32-GByte-Modell der REDS.box, das als Basismodul voraussichtlich im Frühjahr 2016 für 139 Euro erhältlich sein soll. Dieses richtet sich dann vor allem an Heimanwender, die bislang die kostenlosen Versionen von Dropbox mit 2 GByte Online-Speicher oder von Google Drive mit 15 GByte Kapazität genutzt haben. Die Hauptplatine der REDS.box sei Open Hardware aus der EU. Alle Komponenten würden zudem im Büro von Flowy Apps von Hand montiert. Neben der 32-GByte-Box soll es zudem noch eine 1-TByte-Ausgabe geben.

Annika Schulz, Torben Haase (v.l.)_klein (Bild: Flowy Apps)
Die Geschwister Annika Schulz und Torben Haase haben das Kieler Start-up Flowy Apps im Jahr 2014 gegründet (Bild: Flowy Apps).

Die REDS.box basiert auf dem REDS-Datenspeicherungskonzept. Das dahinter stehende JavaScript-Framework setzt laut Flowy Apps auf Node.js sowie einer RESTful API auf. Der Datenaustausch zwischen App-Client und -Server eines Anbieters sowie dem vom Nutzer gewählten Speicherort erfolge automatisch über eine durchgängige, 128 Bit starke AES-Verschlüsselung.

Der Server, der die App hostet, fungiere dabei als zentraler Knotenpunkt, sodass sowohl die Verknüpfung von Daten an verschiedenen Speicherorten als auch die Bereitstellung kostenpflichtiger Cloud-Dienste möglich sei. Durch die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung seien dem Anbieter bis auf anonym gesendete Nutzer-IDs keinerlei Informationen zum Anwender oder dessen Daten bekannt. REDS wird in einem dualen Lizenzmodell angeboten. Für den privaten Einsatz ist es kostenlos. Auf Anfrage kann der Code unter einer kostenpflichtigen Lizenz zudem für die kommerzielle Nutzung erworben werden. Die Lizenzgebühr wird dann pro Jahr und Nutzer fällig.

Um Anwendern die typischen Funktionen einer Cloud offerieren zu können, bietet Flowy Apps die RED-Basis-Apps an, so etwa einen Kalender oder Apps zur Adressverwaltung und zum Dateiaustausch. Auch diese Anwendungen sollen vorerst kostenlos sein und ohne vorherige Installation unmittelbar mit der REDS.box und anderen kompatiblen REDS-Speichern eingesetzt werden können. Eine erste REDS-Anwendung mit dem Namen REDS.notes wurde auch schon als Beta-Version veröffentlicht. Das Start-up hat zudem die Verfügbarkeit des Filesharing-Programms REDS.drive bei Auslieferung der REDS.box bekannt gegeben. Die ergänzenden Anwendungen REDS.calender und REDS.contacts sollen kurz danach bereitstehen.

“Jeder soll seine Daten schützen können, ohne auf die Vorteile der Cloud verzichten zu müssen – auch ohne Know-How und große finanzielle Ausgaben. Nur so wird die Cloud zu einem demokratischen Medium”, erklärt Torben Haase, der Flowy Apps 2014 gemeinsam mit seiner Schwester Annika Schulz gegründet hat. Nutzer sollten sich möglichst keine Gedanken um den Speicherort ihrer Daten sowie um die Zugänglichkeit für Dritte machen müssen.

Die seit vergangenem Dienstag laufende Crowdfunding-Kampagne soll die REDS-Technologie einem größeren Publikum bekannt machen. An die Unterstützer werden bei erfolgreicher Finanzierung insgesamt rund 250 Geräte der zwei REDS.box-Varianten mit 32 GByte oder 1 TByte verteilt. Für die Basisvariante müssen mindestens 99 Euro beigesteuert werden. Die 1-TByte-Box erhält, wer zumindest 199 Euro bezahlt. Außerdem winkt unter anderem ein Security Workshop als Belohnung. Mindestens 50.000 Euro müssen für die Finanzierung einer ersten Kleinserie der REDS.box zusammenkommen. Aktuell wurden bereist etwas über 14.000 Euro erreicht. Für den Rest hat das Start-up noch 23 Tage Zeit.

Tipp der Redaktion: Sie möchten Ihre persönlichen Dateien nicht mehr auf fremden Servern speichern, aber dennoch überall Zugriff darauf haben und zwischen mehreren Rechnern bequem synchronisieren? Dann richten Sie eine private Cloud ein, in der nur Sie über Datenschutz und Privatsphäre entscheiden. ITespresso erklärt, wie das geht.

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